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Novembertrost

Dem November gehört die dunkle Jahreszeit. Er spiegelt die dunkle Seite unseres Lebens. Der nachfolgende Dezember ist schon wieder mit den Lichtern erhellt. Der November gibt dem Tod und dem Abschied, der endgültigen Veränderung, aber auch der Vollendung Raum. Nicht umsonst geht man Anfang November auf den Friedhof, um der Verstorbenen zu gedenken. Auch der Volkstrauertag und der Totensonntag haben im November ihren Ort. Zum Symbol für die Vergänglichkeit und die „letzten Dinge“ wurden die fallenden Blätter

Der große Lyriker des 20. Jahrhundert, Rainer Maria Rilke (1875-1926), hat die Novemberstimmung eingefangen in dem eindrücklichen Gedicht „Herbst“ aus dem „Buch der Bilder“.

 Die Blätter fallen, fallen wie von weit,  als welkten in den Himmeln ferne Gärten; 
sie fallen mit verneinender Gebärde.

 Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

 Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

 Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält. 
 

Es sind nicht nur die Blätter, die fallen. Die ganze Erde fällt. Alle und Alles welkt schließlich dahin und fällt –„in die Einsamkeit“ und dies „mit verneinender Gebärde“. Aber für Rilke ist da „Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält“. Doch das Fallen wird nicht aufgehalten; das Fallen bleibt in allem. Aber in diesem Fallen sind wir von seinen Händen gehalten.

Wer im Fallen sich gehalten weiß, der kann sich getrost fallen lassen.

(Klemens Armbruster, Pfarrer)

 

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