300 Jahre Grundsteinlegung der neuen „Basilika St. Peter“ – Gottesdienst und Enthüllung des Gedenksteines

„Fundando Novo Basilico Sancto Petrino“ – „Zur Gründung der neuen Basilika des Heiligen Petrus wurde das Fundament der Fundamente in den Grund gelegt am Fest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, in der Himmel, Erde, Leben, Tod und alles ruhen.“ Abt Ulrich Bürgi hat diese Worte in lateinischer Sprache am 11. Juni 1724. ins Kapitelsprotokoll geschrieben.

Am Sonntag, 9. Juni 2024, wollen wir Gottesdienst um 10.00 Uhr dieses besonderen Ereignisses gedenken und im Anschluss den Erinnerungsstein vor der „Basilika St. Peter“ enthüllen. „Basilika“ ist einfach das lateinische Wort für „Kirche“ und bezeichnet in diesem Zusammenhang kein besonders geweihtes Gotteshaus.

Wie kam es zu diesem Neubau der Barockkirche von St. Peter? Nach dem letzten großen dreitägigen Brand von St. Peter im Jahre 1677 wurde auch die abgebrannte Klosterkirche wiederhergestellt. 1686 feierte man den ersten Gottesdienst in ihr. Die Bauzeit betrug 9 Jahre.

1699 wollte der neugewählte Abt Maurus Höß (1699-1719) einen neuen Klostertrakt „zwischen der Abtswohnung und Kanzlei“ bauen lassen. Dazu hatte Abt Maurus Höß der verschuldeten Vogtei Rohr 1709 ein Stück Gemeindewald abgekauft, damit sie ihre durch ständige Kriege angehäuften Schulden bezahlen konnte.
Dieser Wald, so Klaus Weber, wurde gerodet und das Holz Jahre später für den Neubau des Dachstuhls der Kloster- und Pfarrkirche verwendet. Durch die Rodung des Waldes wurde die Urbarmachung der Fläche möglich, die man „Neuwelt“ oder „Neue Welt“ taufte.

Vier Höfe bekommen vom Kloster in dieser „Neuwelt“ jeweils Feld zugewiesen: Der Ruethof 1718, der Sulzbrunner- oder Oberdraier 1723. 1724 bekommt der Baschijörg vom Kloster sein Feld zugewiesen. Der letzte ist der inzwischen untergegangene Rothansenhof im Jahre 1727, dem Jahr der Kirchweih der neuen Klosterkirche, was wir 2027 feiern werden.

Als 1709 mit der Rodung des Waldes in der später sogenannten „Neuwelt“ begonnen wurde, hatte Abt Maurus Höß keinesfalls die Absicht, eine neue Barockkirche zu bauen. Er wollte – wie gesagt – einen neuen Klostertrakt. „zwischen Abtswohnung und Kanzlei“ bauen lassen. Die Arbeiten zogen aber sich hin, unter anderem wegen verschiedener kriegerischer Auseinandersetzungen. 1713 mussten sie erneut unterbrochen werden. 1717 beschloss Abt Maurus außerdem, einen Turmneubau in Auftrag zu geben.

Mit dem Tod vom Abt Maurus Höß 1719 wurde Ulrich Bürgi zum neuen Abt geweiht (1719-1739). Abt Bürgi weihte 1719 noch den Turmneubau ein. Aber schon am 22. Oktober 1722 beschloss die Klosterverwaltung unter Abt Bürgi, die dort erst 36 Jahre (!) alte Kirche samt dem neuen Turm abzureißen und einen barocken Neubau Pfarr- und Klosterkirche, ja des gesamten Klostergebäudes zu vorzunehmen.
Am 20. Januar 1724 bekräftige die Klosterverwaltung mit Abt Bürgi den Beschluss und nach Abbruch von Kirche und Turm wurde am 11. Juni 1724 – also vor 300 Jahren – der Grundstein für die „neue Basilika St. Peter“ gelegt.

Dass die neue Barockkirche innerhalb von nur drei (!) Jahren erbaut werden konnte, verdankt sich der Tatsache, dass Abt Maurus Höß zwar die Neuwelt rodete und das geschlagene Holz als Bauholz eines neuen Klostertraktes „zwischen der Abtswohnung und Kanzlei“ verwenden wollte, aber es dazu so nicht kam. So war schon das nötige Bauholz vorhanden. Der bis heute erhaltene Dachstuhl der Barockkirche besteht bis in unsere Zeit aus den Balken der damals abgerissenen Kirche, dem Holz aus der Neuwelt und neueren Einfügungen. Des Weiteren war durch den Abriss der noch nicht einmal 40 Jahre alten Vorgängerkirche fürs erste genügend Baumaterial vorhanden. Die kurze Bauzeit von drei Jahren erklärt sich aus diesen Umständen.

Zwei Schlussbemerkungen:
(1.) „Die Neuwelt war die letzte große Siedlung in der Klosterzeit“, schreibt Klaus Weber, „bis zur Auflösung 1806.“ In seinem Vortrag zur Geschichte der Glashütte geht er ausführlicher darauf ein, warum das Kloster seit 1727 (dem Gründungsjahr des Rothansenhofes) kein Gelände mehr für eine Neuansiedlung zur Verfügung stellte. Als Begründung führt Klaus Weber die neuerlichen Kriegszeiten an, für die das Kloster das Holz für Verteidigungsanlagen auf dem Hohlen Graben brauchte. Außerdem verlangte die vorderösterreichische Regierung ständig Holzhiebe für das Eisenwerk in Kollnau. „Hatte das Kloster früher Holz im Überfluss, so machte man sich jetzt Sorgen darüber, wie der Bedarf an Brenn- und Bauholz für die Leute gedeckt werden kann.“
(2.) Zur Fragen nach dem Namen „Neuwelt“ oder „Neue Welt“ für das Rodungsgebiet in der ehemaligen Vogtei Rohr schreibt Klaus Weber, dass man hier an den neu entdeckten Erdteil Amerika dachte. Aber, so Weber: „Sicher ist bei der Namensgebung auch ein Schuss Schwarzwälder Ironie im Spiel.“ Was ‚Weber mit Ironie meinte, lies er offen. Meine Deutung der „Neuen Welt“ geht dahin zu sagen: Der Abriss der erst 38 Jahre alten St. Petermer Kirche mit ihrem gerade 3 Jahre alten ganz neuen Turm führte, mussten viele Zeitgenossen wohl als ein verrücktes Unternehmen bezeichnen, etwa: „Jetzt sind sie im Kloster ganz verrückt geworden und wollen wohl eine „neue Welt“ bauen. Die nach Jahrzehnten dann vollendete barocke Anlage hatte mit den Vorgängerbauten nicht mehr zu tun und mutet tatsächlich wie eine „neue Welt“ an.
(Pfarrer Klemens Armbruster)

Quellen:
Gubler, Hans Martin: Die Planungs- und Baugeschichte von St. Peter, in: Hans-Otto Mühleisen (Hg.): St. Peter im Schwarzwald, München 1977, S. 28-49.
Krummer-Schroth, Ingeborg: Die Stellung der Kirche von St. Peter in der Geschichte des Breisgauer Barock, in: Hans-Otto Mühleisen (Hg.): St. Peter im Schwarzwald, München 1977, S. 13-27.
Weber, Klaus: St. Peter 1719-1739: eine Ortschronik, in. Hans-Otto Mühleisen (Hg.): St. Peter im Schwarzwald, München 1977, S. 225-233.
Weber, Klaus: Aus der Chronik der Neuwelt. Menschen – Höfe –Schicksale. Vortrag für das Kath. Bildungswerk St. Peter, 07. Nov. 1994 im Gasthaus „Engel“, Sägendobel.
Weber, Klaus: Die Glashütte. Geschichte eines Schwarzwaldtales. Menschen – Höfe – Handwerk. Vortrag für das Kath. Bildungswerk, 09. März. 1996 im Gasthaus „Felsenstüble“, St. Märgen-Glashütte. (Die Glashütte gehörte bis 1806 zum Kloster St. Peter.)

Hier der ganze Text aus dem Kapitelsprotokoll zum 11. Juni 1724. Zum Vergrößern anklicken.

 

Fronleichnam 2024 ein Foto beschreibt das Wetter-Dilemma

Die Fronleichnamsprozession am gestrigen Donnerstag, 30. Mai 2024, hatte sich sowohl in St. Peter wie auch in St. Märgen das falsche Zeitfenster ausgesucht.
Zum Ende der Hl. Messe signalisierten die jeweiligen Wetterbeobachter vor Ort: „Regen!“
So griff die sogenannte Schlechtwetteralternative. D. h. die vierte Station, die normalerweise am letzten Altar draußen gefeiert wird, wird dann in der Kirche gehalten.
Als etwa 20 Minuten später die Gläubigen nach dem Ende des Fronleichnamsgottesdiensten die Kirchen verlassen haben, war der Himmel zwar bewölkt,  aber sie fanden trockenes Wetter vor!
Beide Trachtenkapellen in St. Peter wie in St. Märgen entschlossen sich, ein Platzkonzert zu wagen. Das Wetter hielt. Sogar die Sonne lies sich blicken. 
Prof. Dr. Hans-Otto Mühleisen hat diese Wettersituation am Fronleichnamstag am Nachmittag festgehalten: Im Hintergrund Regen im Vordergrund die Sonne. (ka) 

Mesner Harald Fehr verlässt uns nach Freiburg

Seit Anfang Juni 2021 war Harald Fehr bei uns hier in St. Peter der Mesner.
Zuständig war er für die Pfarrkirche St. Peter und für die Ursulakapelle.
Harald Fehr verändert sich beruflich. Er wird ab 1. Juli am Freiburger Münster im dortigen Mesnerteam mitarbeiten.
Von der Dorfkirche in St. Peter an die Bischofskirche in Freiburg ist ein guter Wechsel, auch wenn wir dies schade finden und sehr bedauern.
Wir verabschieden Harald Fehr im Gottesdienst am Samstag, 18. Mai 2024, um 19.00 Uhr.
Dir, Harald, auf Deinem weiteren Mesnerweg Gottes Segen, Klemens

Danke an die Engagierten unserer Gemeinden – Rückblick auf das Frühlingsfest 2024

Zum zweiten Mal haben wir unsere Ehrenamtlichen aus St. Märgen und St. Peter zu einem gemeinsamen Frühlingsfest eingeladen.
Nach dem gemeinsamen Essen nahm uns Martin Glönkler mit auf eine musikalische Reise. Mit viel Witz und Können unterhielt er uns eine Stunde lang hervorragend.
Nach dem Nachtisch sangen beide Kirchenchore zusammen ihr jetzt Tradition gewordenes Trinklied.
Danach rundete ein Likör oder ein Schnäpschen den Abend ab.
Um 23.00 Uhr wurde zum Aufbruch geblasen.
Um 23.50 Uhr war wieder alles aufgeräumt – Von wem? Siehe Schlussbild.
Danke an alle helfenden Hände, Pfr. Klemens Armbruster

Neun Tage mit Besinnung und Gebet gestalten

Eva Maria Asal – „Referentin für die Gebetsinitiative“ bei „Berufe der Kirche“ in Freiburg – lädt 2024 mit ihrer „Pfingstnovene“ wieder zu einer täglichen kurzen Besinnungszeit ein.
„Die Pfingstnovene ist das neuntägige Gebet zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten, bei dem man den Heiligen Geist ausdrücklich um Beistand und Hilfe bittet. Die Pfingstnovene kann eine Hilfestellung sein, den Heiligen Geist bewusst in unser Leben zu holen und sich für diese Veränderung zu öffnen. Jesus hat uns zugesichert, dass er uns den Heiligen Geist zur Seite stellt. Darauf dürfen wir vertrauen.“

2023 erschien erstmals das Heft 1 (hier zu finden). Mit Heft 2 geht es 2024 weiter.
Wer diese Pfingstnovene gerne gedruckt hätte, kann diese bei Frau Ehret im Sekretariat „Berufe der Kirche“ bestellen. Der Stückpreis wird wie üblich dem Druckpreis angepasst und liegt in diesem Jahr bei ca. 60 Cent. Porto wird extra berechnet.
Hier geht es direkt zur PDF-Version des aktuellen Heft 2: „Novene zum Heiligen Geist. Spender des Lebens.“